Die Finanzkrise zählt mittlerweile viele Opfer. In den Vereinigten Staaten mussten mehr als 100 Banken Insolvenz anmelden und auch andere Branchen waren von der Krise betroffen. Die amerikanische Administration musste viele Unternehmen mit Staatshilfen stützen und Konjunkturprogramme auflegen.
Nicht nur die Finanzbranche hatte in der Finanzkrise zu leiden, sondern auch die Automobilbranche. Allen voran der amerikanische Autobauer General Motors (GM). Die Konzernspitze von General Motors meldete im Juni 2009 gemäß des US-Insolvenzrechts Chapter 11 an und wurde von den USA mit 60,8 Prozent und von Kanada mit 11,7 Prozent an Aktienbeteiligung Notverstaatlicht. Dies hatte weit reichende Folgen. Auch für die deutsche Tochterfirma Opel, die kurz vor einem Verkauf an den österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer stand.
Nach allgemeinen Angaben sollen bis zu 35.000 Beschäftigte ihren Arbeitplatz verloren haben. Auf Druck der amerikanischen Regierung trat das geschäftsführende Vorstandsmitglied Rick Wagoner von seinem Posten zurück. Ihm folgte Frederick A. Henderson, der allerdings schon nach einem halben Jahr seinen Sitz an Edward Whitacre abgab. Dieser kündigte im August bereits seinen Rücktritt für September dieses Jahres an.
Die Krise von General Motors resultierte aus den Absatzschwierigkeiten und einer vorangegangenen Fehleinschätzung des Automobilmarktes. Wenig später, nach der Bekanntgabe des Insolvenzantrages, präsentierte General Motors eine neue Marketingstrategie namens „New GM“ und einer neuen Produktlinie. Die Absatzzahlen stiegen wieder an und General Motors konnte wieder Milliardengewinne verzeichnen, um somit die Staatshilfen zurückzuzahlen.
Wie die neuesten Nachrichten vermuten lassen, plant der Automobilkonzern eine Rückkehr an die amerikanische Börse für das vierte Quartal 2010. Der Börsengang soll ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar beinhalten. Unterstrichen wird dieser Plan durch die guten Bilanzzahlen für das zweite Quartal 2010. Der Umsatz von General Motors steigerte sich auf 33,2 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit einem Nettogewinn von 1,3 Milliarden US-Dollar konnte der Automobilkonzern das erste Mal seit sechs Jahren schwarze Zahlen schreiben.
Mit dem geplanten Börsengang von General Motors möchte die Konzernspitze den bislang größten Börsengang der chinesischen Agricultural Bank of China toppen. Dafür sicherte sich der in Detroit ansässige Automobilkonzern eine Kreditlinie von über fünf Milliarden Dollar. Beobachter gehen von der Einreichung für den IPO noch in dieser Woche aus. Der Wert des Börsenganges wird von Analysten mit 80 Milliarden US-Dollar eingestuft. Sollten die Analysten Recht behalten, wird dies einer der erfolgreichsten Börsengänge aller Zeiten. Anleger sollten sich somit auf eine spannende Zeichnungsfrist freuen können, da es ein lohnendes Investment zu sein scheint.







