Aufgrund massiver Werbekampagnen der Banken entsteht in der Öffentlichkeit manchmal der falsche Eindruck, dass einzig Investmentfonds die renditebringende Anlageform wären. Dennoch sind sowohl bei großen, als auch kleinen Vermögen Beteiligungen gang und gäbe.
Know how und Finanzkraft werden durch Beteiligungen miteinander verbunden
Die Gründung eines Unternehmens verlangt eine Produktidee, viel Know how über Märkte und zudem noch ein dickes Finanzpolster, um die Anfangsverluste stemmen und das Unternehmen wachsen zu können. Deshalb gehen auch die in Deutschland üblichen Finanzierungswege und die Rechtsformen der Unternehmensgründer eine Symbiose ein. Der Gründer ist und bleibt federführend in seinem Unternehmen und teilt die später anfallenden offen ausgewiesenen Gewinne und die stillen Reserven mit einem Investor. Für diese Art der Gründungsfinanzierungen gibt es ganz unterschiedliche Bezeichnungen, doch immer handelt es sich um Beteiligungen:
Der Business Angel:
Dieser hilft im Wesentlichen mit Wissen, Erfahrung und dem ein oder anderen Kontakt weiter. Wenn es über den rein ehrenamtlichen, freundschaftlichen Austausch von Informationen und Wissen hinausgeht kann dies auch zu einer Beteiligung bzw. zu einem Firmenanteil führen. Viele Business Angel erinnern sich aber an ihre eigene, frühere Berufstätigkeit und wollen einfach etwas Gutes für die heutigen Gründer tun.
Private Equity Fonds:
Diese Fonds investieren in ganz unterschiedliche Gründerunternehmen. Immer nur mit einem Teil des Fondsvermögens, damit sich langfristig ein Ausgleich zwischen sehr guten Investitionen und nicht so optimalen Investitionen ergibt. Private Equity Fonds erhalten echte Firmenanteile und werden Miteigentümer. Je nach Konstruktion beteiligen sich Private Equity Fonds auch am Management und der Entwicklung des Unternehmens. Oftmals werden viele kleine Anteile an Private Equity Fonds von Anlegern gehalten, die damit ein hoch spekulatives aber auch in ein hoch gewinnbringendes Investmentinstrument investiert haben. Man kann bei Private Equity Fonds unterscheiden zwischen börsennotierten Fonds und Gesellschaften, die eigens für die Verwaltung von großen Vermögen geschaffen worden sind.
Der komplette Firmenkauf:
Eine besondere Variante unter den Beteiligungen ist der komplette oder hundertprozentige Firmenkauf. Dabei verkaufen die Gründe oder derzeitigen Eigentümer ein Unternehmen ganz oder Stück für Stück. Diese Form ist die komplizierteste Variante, denn letztendlich scheidet der Alteigentümer aus der Gesellschaft aus und der neue Eigentümer muss entweder eine neue Geschäftsführung suchen oder die Aufgaben selbst wahrnehmen. Dabei beteiligt er sich nicht nur finanziell, sondern oft auch mit ganzer Kraft am Unternehmen. Diese Variante ist also die am weitesten gehende Variante und auch die anspruchsvollste. Wenn der Übergang auf das neue Management aber funktioniert, dann kann das Unternehmen durchaus von neuem Schwung profitieren.
Wie Sie gesehen haben gibt es die Beteiligungen in ganz unterschiedlicher Form, auch in Zwischentypen zwischen dem kompletten Aufkauf und dem ehrenamtlichen Helfen. Dennoch haben Beteiligungen in der Wirtschaftspresse einen viel zu geringen Stellenwert. Deren Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätze und der Mehrung des Wohlstandes kann gar nicht oft genug erwähnt werden.
Foto: © XtravaganT – Fotolia.com
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