Entstehung der Hedgefonds und Erklärung wichtiger Begriffe
Zuerst ist es einmal wichtig, den Begriff „Hedgefonds“ zu erklären. Das Wort „to hedge“ stammt aus dem Englischen und bedeutet im allgemeinen soviel wie „umzäunen“ oder „einhegen“. Im Fall von Albert Wislow Jones, der den ersten Hedgefonds 1949 in Amerika gründete, kann der Begriff „to hedge“ als Absicherung einer Investition vor negativen Entwicklungen wie Börseneinbrüche, unerwartete Zinsänderungen oder auch Wechselkursschwankungen verstanden werden. Dieser erste Fonds beinhaltete die Strategie gleichzeitig Aktien zu kaufen und andere leer zu verkaufen, um sich so gegen Marktbewegungen abzusichern. Ebenfalls nutzte er den sogenannten Leverage-Effekt, um mit Hilfe von Fremdkapital die Rendite des Eigenkapitals zu erhöhen. Liegt die Verzinsung des Fremdkapitals unterhalb der erwartenden Rendite der Investition, so erhöht der Einsatz von Fremdkapital die Rendite des Eigenkapitals. An einem Beispiel wird dieser Effekt verständlicher. Angenommen in einer Aktieninvestition wird eine Rendite von 10% Prozent erwartet und der Fremdkapitalzins beträgt 5%, dann kann die Eigenkapitalrendite auf 15% gesteigert werden, wenn das Verhältnis von Fremdkapital zum Eigenkapital 1:1 beträgt. Erhöht sich das Verhältnis auf 2:1 zu Gunsten des Fremdkapitals, dann kann die Eigenkapitalrendite auf 20% gesteigert werden. Jedoch ist dieser Effekt nicht nur positiv zu bewerten. So wie der Effekt die Rendite steigert, kann er auch negativ wirken, so dass das Eigenkapital schnell vernichtet wird und es so zu Insolvenzen kommen kann. Da dies doch die wichtigsten Anlageinstrumente sind, sollte auch der Begriff „Leerverkauf“ zu Beginn geklärt werden. Leerverkäufe kann man sich so vorstellen, dass Manager vermeintlich überbewertete Aktien leer verkaufen, die ihnen zunächst gar nicht gehören, sondern nur zu einem bestimmten Leihsatz vom Markt erworben wurden. Damit sich das Geschäft lohnt, muss der Kurs durch den eigenen Verkauf und Reaktionen der anderen Marktteilnehmer sinken. Später kauft der Hedgefondsverwalter die Aktie zum niedrigen Kurs und gibt die Aktien an den Verleiher zurück und realisiert auf diese Weise einen Gewinn in einen fallenden Aktienkurs, da der Kurs kurzzeitig unterbewertet war und er sich wieder beim Ausgangspreis einpendeln wird. Diese von Jones entwickelte Anlageart blieb bis 1966 mehr oder minder unbekannt. Erst als eine amerikanische Zeitschrift einen Artikel über diesen Fonds veröffentlichte gelangte er in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Daraus resultierte, dass in den folgenden Jahren immer mehr Hedgefonds gegründet wurden, die auf die Strategie von Albert Jones zurückgriffen.
Was ist ein Hedgefonds heutzutage
Heutzutage ist es schwierig den Begriff Hedgefonds exakt zu definieren, da es viele verschiedene Strategien gibt die einen mehr, die anderen weniger risikoreich. Jedoch haben alle Fondsarten ein gemeinsames Ziel- eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, unabhängig von der Marktentwicklung. Dabei kann sowohl auf Aktien und Anleihen als auch auf Rohstoffe, Devisen und Futures spekuliert werden. Hedgefonds selbst unterliegen keinen rechtlichen oder gesetzlichen Beschränkungen und sind meist Kommanditgesellschaften nach U.S amerikanischen Recht oder Off-Shore Aktiengesellschaften z.B. auf den Bahamas oder den britischen Kanalinseln und bieten deshalb eine Chance auf eine sehr hohe Rendite, können aber auch schnell zum Totalverlust führen. Die meisten Hedgefonds sind im amerikanischen Raum angesiedelt oder in Großbritannien und waren bislang in Deutschland für private Bankkunden verboten. Der Unterschied, der Hedgefonds gegenüber anderen Anlagemöglichkeiten interessant macht, ist die Tatsache, dass man sowohl bei fallenden als auch bei steigenden Kursen hohe Gewinne erzielen kann. Die Aufgabe eines Hedgefondsmanagers ist es dann, Trends möglichst früh zu erkennen und seine Anlageinstrumente gezielt einzusetzen, um möglichst großen Profit rauszuschlagen. Aus den herkömmlichen Instrumenten wie die Möglichkeit des Leerverkaufs(Short-selling) und die Erzielung einer Hebelwirkung durch Fremdfinanzierung (Leverage-Effekt) spielen auch die Investition in Derivate heutzutage eine entscheidende Rolle. Derivate sind allgemeinen Finanzprodukte wie Futures, Optionen, Swaps (Tauschgeschäfte), Rohstoffe und auch Termingeschäfte. Das Grundprinzip dieser Derivate ist, dass Leistung und Gegenleistung nicht nach Vertragsabschluss Zug-um-Zug erfolgen, sondern die Zeitpunkte, wann der jeweilige Vertragspartner seinen Teil zu erfüllen hat, vornherein festgelegt werden und nicht auf den selben Tag fallen müssen. Der Kaufkurs der Futures z.B. wird vornherein festgelegt und bei einer Future-Long-Position hofft der Käufer, dass der Kurs bis zum vereinbarten Fälligkeitsdatum gestiegen ist und er daraus seinen Gewinn zieht. Bei einer Future-Short-Position spekuliert der Anleger darauf, dass der Kurs fällt. Der Kunde zahlt das Geld nicht sofort, sondern erst am Fälligkeitsdatum. Um aber überhaupt das Geschäft eingehen zu können, muss der Kunde Sicherheiten, wie Immobilien oder Finanzmittel, aufweisen können. Jedoch besteht die Möglichkeit jeden Tag die Position des Futures aufzulösen. Das Verlustrisiko ist hier in unbegrenzter Höhe möglich, wenn die gewünschten Kursveränderungen nicht eintreten sollten. Die eingesetzten Geldmittel sind in solchen Geschäften meist sehr hoch, um auch angemessen davon profitieren zu können. Derivate werden entweder an Terminbörsen wie z.B. den deutsch- schweizerischen EUREX oder der amerikanischen CBOT gehandelt. Derivate dienen vor allem zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen, bei längerfristigen Geschäften, bei Preisschwankungen bei Waren oder gegen Kursschwankungen bei Wertpapieren.
Long/Short Equity Variante
Eine dieser Strategien, die auch mittlerweile am meisten genutzt wird, ist die Long/Short Equity Variante. Dabei werden sowohl Aktienkäufe (Long-Position) in Erwartung einer positiven Marktentwicklung getätigt wie auch Leerverkäufe (Short-Position), falls es eine negative Trenderwartung geben sollte. Der Gewinn aus Leerverkäufen ergibt sich dann aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Wiederbeschaffungswert abzüglich der Zinsen für das Leihgeschäft. Der Einsatz dieser Long- oder Short-Positionen kann dabei in allen Märkten wie Aktien, Anleihen Währungen oder auch Rohstoffen erfolgen.
Event-driven Strategie
Eine weitere Variante ist die sogenannte Event-driven Strategie. Hier versucht der Manager von erwartenden oder angekündigten Übernahmen, Fusionen oder Konkursen einzelner Firmen und den dabei entstehenden meist heftigen Kursschwankungen am Aktienmarkt zu profitieren. Solche Ereignisse sind nicht ungewöhnlich und treten ziemlich häufig in Erscheinung, wie zum Beispiel die kürzlich bekannt gegebenen Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische UniCredit Group. Wichtig ist hierbei, dass Informationen und Analysen richtig eingeschätzt werden und dies dann zur Erzielung eines Gewinns führt. Diese Variante hat sich zu der zweithäufigsten Strategie entwickelt, sogar noch vor die Global Macro-Fonds, die noch vor knapp zehn Jahren mehr als ein Drittel des Gesamtvermögens in Hedgefonds investierter Gelder ausmachte[.
Global Macro Strategie
Die Global Macro Strategien stützen sich auf die Analyse von Trendverschiebungen makroökonomischer Art (z.B. Zinsänderungen und Wechselkursschwankungen, aber auch Einkommensveränderungen, der Beschäftigungsgrad und die Inflationsrate wirken auf die Wirtschaftspolitik eines Staates ein, die dann zu Veränderungen am Aktienmarkt führen kann) um an allen Märkten und Anlageklassen auf der Welt Gewinn aus den Bewegungen des jeweiligen Marktes zu ziehen. Solche globalen Ereignisse sind zum Beispiel Kriege, Katastrophen, Wechsel an der Führungsposition eines Landes oder auch strukturelle Nachfrageänderungen. Das Fondsmanagement investiert dabei meist in Futures und Optionen. Diese Fonds erzielen meist eine überdurchschnittliche Rendite, sind aber auch sehr spekulativ und unterliegen meist heftigen Kursschwankungen und können deshalb sehr schnell zum Totalverlust führen wenn Entwicklungen falsch eingeschätzt werden. Historisch gesehen ist dies die erfolgreichste Variante, aber auch die mit dem größten Risiko.
Dachhedgefonds- Eine Fondsart speziell für Privatkunden
Aus diesen Strategien heraus hat sich ein sogenannter Dachhedgefonds entwickelt, auch Fund of Funds genannt, der nun Privatanlegern die Möglichkeit geben soll, diese Anlageart gewinnbringend zu nutzen. Mit dem Investmentmodifizierungsgesetz (InvModG) vom 1.1.2004 hat der deutsche Staat nun einen legalen Vertrieb von Hedgefonds gebilligt und unterteilt diese nun in Single- und Dachhedgefonds. Jedoch verbietet der Anlegerschutz, dass für Single-Hedgefonds mit Prospekten, Zeitungsartikeln, Fernsehwerbung oder Internetseiten geworben wird, da bei diesen Fonds das Verlustrisiko in Relation zur eingesetzten Geldmenge, die meist sehr hoch sein muss, nämlich 300000 Euro, enorm groß ist.Für Dachhedgefonds hingegen gibt es keine besonderen Bedingungen, da das Fondsmanagement nicht nur eine bestimmte Strategie verfolgt, wie es bei Single- Hedgefonds der Fall ist, sondern das verwaltete Vermögen auf unterschiedliche Varianten streut und so das Kapitalverlustrisiko gemindert wird. Ein Dachhedgefonds investiert sozusagen wiederum in verschiedene Single- Hedgefonds und soll so nicht nur institutionelle Investoren anlocken, sondern auch die „Kleinen Anleger“. Für eben diese Privatanleger besteht so auch die Möglichkeit, schon mit geringem Geldaufwand von etwa 1000 Euro in täglich handelbare Hedgefondszertifikate zu investieren, die die Indizes von den verschiedenen Hedgefondsstrategien nachbilden. Diese Zertifikate ähneln Optionsscheinen auf Aktienindizes und Anbieter erwarten, dass diese Zertifikate und die Dachhedgefonds in den kommenden Jahren rund ein Viertel des Portfolios eines Anlegers ausmachen. Um aber den privaten Bankkunden eine möglichst große Sicherheit zu bieten, hat der deutsche Staat einige Einschränkungen im KAGG (Gesetz über Kapitalanlagegesselschaften) erlassen. Ein Punkt aus diesem Gesetz lautet demnach, dass dem Kunden die Wertstellung seines Portfolios sowie auch die Möglichkeit des Verkaufs der Anteilsscheine vierteljährlich angeboten werden müssen (§116). Des weiteren verpflichten sich die Hedgefondsmanager dazu, entweder Leerverkäufe und/oder den Leverage- Effekt zu nutzen. Auffallend ist auch, dass der Begriff Hedgefonds im InVModG unerwähnt bleibt und stattdessen mit „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ umschrieben wird.
Risiken dieser Fonds
Ein weiterer Punkt dieses relativ neuen Gesetzes sind auch die hohen Transparenzanforderungen des deutschen Staates an Hedgefondsanbieter. Üblicherweise sind diese Fonds in Off-Shore-Finanzzentren angesiedelt z.b. auf den Bahamas und den Kaimaninseln, um rechtlich und steuerlich gesehen bei der Auswahl der Anlageinstrumente und Strategien einen möglichst großen Freiraum zu haben, da diese Länder in der Kapitalmarktgesetzgebung wenig eingeschränkt sind.Darunter leiden meist die Kunden, da ihnen keine genauen Auskünfte über ihr Depot gegeben werden kann und diese auch nicht wissen, in welchen Bereichen und mit welcher Strategie mit ihrem Geld gearbeitet wird. Meist geben Fondsmanager erst am Ende eines Jahres genaue Auskünfte über den Jahresverlauf und wohin ihr Geld investiert wurde, da sie der Ansicht sind, wenn sie ihre Anlageziele vierteljährlich veröffentlichen würden, dass durch Preisgeben ihrer taktischen Investitionen und ihres Wissens der Handelsvorsprung verringert wird. Hedgefondsmanager nutzen ihre Erfahrung, um Chancen aufzutun, die andere nicht entdecken und deshalb legen sie großen Wert darauf dass möglichst wenig Leute von ihrer Vorgehensweise wissen, da es negative Auswirkungen auf ihren Erfolg haben könnte.Im Laufe eines Jahres weiß der Anleger weder, wie groß der Leverage- Effekt, noch wie hoch das eingegangene Risiko war. Der Kunde muss deshalb ganz auf das Können des Managements vertrauen – ohne sich darauf verlassen zu können. Auch gibt es keine Datenbanken, wo man nachschauen kann, wie sich der jeweilige Fonds entwickelt und je komplexer die Anlagestrategien sind, um so länger dauert es, bis die Daten dieses Fonds veröffentlicht werden. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland Regelungen, die es ausländischen Hedgefonds, sowohl Single- als auch Dachhedgefonds, bei denen die oben genannte Verfahrensweise üblich ist, verbieten am öffentlichen Vertrieb teilzunehmen. Von diesen Einschränkungen ausgenommen sind nur lizenzierte Kreditinstitute und Finanzdienstleistungszentren, die so in jeden möglichen Fonds investieren können. Dachhedgefonds dürfen nur dann vertrieben werden, wenn sie in ihrem Ursprungsland einer öffentlichen Aufsicht oder dem SEC (U.S Securities and Exchange Commission; für Kontrolle des Wertpapierhandels in den U.S.A. zuständig) unterliegen. Deshalb sind viele Hedgefonds aus den Off-Shore Zentren und den U.S.A weitgehend vom Wettbewerb ausgeschlossen, was Deutschland gegenüber anderen Ländern zum Nachteil gereicht. Resultierend daraus gibt es hierzulande relativ wenig Hedgefondsanbieter, nur 350 von weltweit 8700, da die geforderten Transparenzauflagen im internationalen Vergleich ziemlich hoch sind. Aufgrund des minimierten Risikos der Dachhedgefonds durch die mehr oder weniger völlige Transparenz der Manager sollte es eigentlich eine rentable Alternative zu Aktien oder Investmentfonds sein, obwohl das Risiko des Kapitalverlusts bei Hedgefonds immer noch höher ist.
Gewinnausschüttung im Vergleich zu den Kosten
Doch wenn man die aufzubringenden Kosten mit denen von einer Investition in Aktien vergleicht, kommt man möglicherweise doch zu der Überlegung, von einer Investition in Hedgefonds abzuweichen. Neben einer laufenden Verwaltungsgebühr, die je nach Anbieter zwischen 1-2% variiert und den ergebnisabhängigen Gewinnbeteiligung von 20-30% fallen weitere steuerliche Kosten an. Außerdem ist einen Ausgabeaufschlag von ca. 5% und eine Jahresgebühr zu entrichten. Der Kunde wird nach dem neuen Investmentmodifizierungsgesetz so versteuert, als ob er selbst sein Vermögen verwaltet und die Käufe bzw. Verkäufe selbst tätigt, deshalb müssen auch die Gebühren, die an die jeweiligen Single Hedgefonds bezahlt werden, von dem Kunden selbst getragen werden. Das bedeutet, dass der Kunde doppelte Gebühren bezahlt – einmal für den Dachhedgefonds selbst und dann auch die Gebühren der investierten Single- Hedgefonds. Dadurch wird aber auch die Transparenz des Managers gewährleistet, der über alle erzielten Erträge und Verluste Auskunft geben muss.Jedoch muss man auch hinzufügen, dass Hedgefonds in der Regel einen zweistelligen Renditebereich anstreben und auch in Wirtschaftsjahren mit einer negativen Entwicklung Gewinne erzielen so z.B. im Jahr 2001, als Aktienmärkte wie der DAX mit sehr erheblichen Verlusten zu kämpfen hatten, Hedegefonds hingegen stabile positive Renditeerträge erwirtschaften konnten. Was aber wiederum nicht heißen muss, dass jeder Fonds immer hohe Gewinne ausschüttet. Auch Renditen im einstelligen Bereich, geringe Verluste oder gar Totalverluste sind nicht auszuschließen. Ein Beleg dafür ist, dass jedes Jahr sieben bis zehn Prozent aller Fonds aufgrund Insolvenz ihre Tätigkeiten einstellen. Man muss deshalb abwägen, ob das Risiko der Hedgefonds eingegangen werden soll, einschließlich den weiteren anfallenden Kosten oder ob man nicht lieber in Investmentfonds, Aktien, wobei auch hier ein Risiko besteht, oder Bundesanleihen investiert.
Dachhedgefonds im Vergleich zu Aktien und Investmentfonds
Bei Bundesanleihen hat man zwar keine Rendite im zweistelligen Bereich, sondern nur zwischen 3-5% jährlich, dafür aber besteht kein Verlustrisiko und man hat einen stetigen Vermögensanstieg, auch wenn der Gewinn sich nur langfristig bezahlbar macht. Bei Aktien und Investmentfonds wiederum besteht auch ein Risiko des Verlusts, wenn man sich z.B. verspekuliert hat, jedoch kann man meist keinen kompletten Totalverlust erleiden, lediglich einen Teilverlust, der aber für normale Privatkunden auch schon sehr schmerzlich sein kann. Es besteht außerdem die Möglichkeit ein Depot bei der Bank anzulegen, dass sich auf Investmentfonds spezialisiert hat. Hier sind aber wie bei Hedgefonds Verwaltungsgebühren, Gewinnbeteiligungen und Steuern zu entrichten. Auch ist dieser Fonds immer, im Gegensatz zu Hedgefonds, von der Entwicklung der Börsen abhängig d.h. wenn die Aktienkurse fallen wird der Fonds gezwungenermaßen auch keine großen Gewinne einfahren und mit möglichen Verlusten zu kämpfen haben. Jeder Anleger muss daher selbst entscheiden, welchen Anlagestil er wählt – einen sehr riskanten mit hohen Gewinnchancen, einen weniger riskanten mit durchschnittlichen Erträgen oder einen sicheren mit einer geringen Rendite.
Ein Anbieter für Privatkunden im Detail
Um diese Anlagestile besser vergleichen zu können, ist es wichtig, die Vorgehensweisen einzelner Dachhedgefondsanbieter genauer zu betrachten. Allgemein ist zu sagen, dass jeder Kunde individuell entscheiden kann, in welcher Strategie, in welcher Region und in welche Branche sein Vermögen investiert werden soll. Meist macht dies zwar die Bank, da sie größere Erfahrungen in dem Fachgebiet hat, jedoch besteht die Möglichkeit auch selbst mitzuentscheiden. Ebenfalls ist es als Kunde möglich zu entscheiden, wie viel des Geldes in Single- Hedgefonds, Aktien, Investmentfonds oder anderen Anlagemöglichkeiten angelegt werden soll. Experten empfehlen jedoch aufgrund des hohen Verlustrisikos, lediglich 20-30% des eingelegten Kapitals in Hedgefonds zu investieren, wobei auch verschiedene Strategien angewendet werden sollen um das Vermögen besser zu streuen. Das hier dargestellte Beispiel ist ein Dachhedgefonds von Apano, genauer gesagt ein JP Morgan Multy-Strategy Indexzertifikat, dass von Man Investment, einem der größten Hedgefondsverwalter weltweit, verwaltet wird. Das angelegte Portfolio eines Kunden basiert auf allen verschiedenen Hedgefondsstrategien und ist breit gestreut um das Verlustrisiko zu minimieren. Dabei wird das eingelegte Vermögen der Kunden in die verschiedenen Managed Future Strategien investiert, jedoch maximal 40%, da diese zwar kurzfristig einen hohen Gewinn erzielen aber auch das größte Verlustrisiko bieten. Für diese Strategie wird, wie bereits beschrieben ein computergesteuertes Trendfolgesystem genutzt um zu jeder Zeit an fast allen Termin- und Devisenbörsen vertreten zu sein. Aber auch die Arbitrage-, Event-Driven- und Long/Short -Equity Strategien werden angewandt um möglichst konstante Gewinne zu erzielen. Je nach Wunsch kann eine Feinabstimmung je nach Bedarf des Kunden entsprochen werden. Dem einen spricht eher eine konservative Vorgehensweise an, dann wird nicht so viel des Geldes in Single Hedgefonds investiert, sondern größere Teile in sichere Renditebringer wie Bundesanleihen angelegt, der andere mag es spekulativ und schöpft deshalb die maximalen 40% der Managed Futures voll aus. Die Vorteile dieses Fonds sind die durchschnittlichen Erträge von 10-12% pro Jahr und es besteht eine Unabhängigkeit zu Aktien- und Anleihemärkte. Des weiteren ist Man Investments eine seit Jahren erfahrener und erfolgreicher Handelsberater und bietet eine hohe Flexibilität durch die vierteljährliche Verfügbarkeit des Kapitals. In unterer Tabelle sind noch einige wichtige Details diese Fonds aufgelistet wie Mindestbeteiligungen und Kündigung und das Ergebnis der Man Investments Multi Strategie im Vergleich zu den Aktienentwicklungen.
Fazit
Letztendlich kann man meiner Meinung nach behaupten, dass viele Menschen noch die negativen Auswirkungen wie den Zusammenbruch des Quantum Fonds von Megainvestors George Soros, der mit seiner Spekulation gegen das britische Pfund an einem Tag sechshundert Millionen Dollar verloren hat, im Kopf haben. Vielleicht nicht genau dieses Beispiel, jedoch hat sich im Zusammenhang mit Hedgefonds etwas negatives wie Totalverlust eingebrannt. Auch Aussagen einiger Politiker wie Jochen Sanio, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, der Hedgefonds als „schwarze Löcher des Weltfinanzsystems“ betitelte, trugen nicht gerade dazu bei ein positives Bild von diesen Fonds in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Jedoch wurden hier nur einzelne Single- Hedgefonds kritisiert, die nur noch Profit im Kopf haben und Firmenschicksale und persönliche Schicksale außer Acht lassen. Auch ist über Hedgefonds hierzulande noch nicht allzu viel bekannt geworden, da auch die angewandten Strategien meist sehr komplex und daher schwer verständlich sind. Aber wenn man sich anschaut wie viele Unternehmen wie Versicherungen, Banken und Automobilhersteller selbst in Hedgefonds investieren, kann es doch für den privaten Bankkunden keinen negativen Effekt geben. Weltweit gesehen gab es Ende 2004 knapp 8700 Hedgefonds, die ein Vermögen von ungefähr einer Billionen US-Dollar verwalten, wo selbst Stiftungen wie Harvard und Yale Teile ihres Geldes anlegen. In Deutschland kann man sagen, dass sich die Hedgefonds erst im Entwicklungsstadium befinden, aber es in den nächsten Jahren eine deutliche Tendenz in Richtung dieser Anlageprodukte geben wird. Wie in dem Beispiel erwähnt bergen gut ausgewählte Dachhedgefonds keine größeren Risiken wie andere Anlagemöglichkeiten. Aber wichtig ist dennoch, dass man sich vor Abschluss eines Hedgefonds genau über das Produkt informiert und vor allem die Transparenz, die aufzubringende Geldmenge und die Gewinnbeteiligung mit anderen Anbietern vergleicht. Ich persönlich finde es eine gute Anlagemöglichkeit, doch letzten Endes ist es jedem Bankkunden selbst überlassen ob er das „Risiko“ der Dachhedgefonds eingeht oder nicht.







