Der entscheidende makroökonomische Faktor für die möglichen Erträge, die Geldanlagen in der Eurozone abwerfen, ist der jeweilige Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank. Der Leitzinssatz ist derjenige Zinssatz, zu dem Kreditinstitute bei Noten- und Zentralbanken Gelder ausleihen können. Mit der jeweiligen Rate des Leitzinssatzes möchte die EZB die jeweilige Geldmenge regulieren. In wirtschaftlich guten Zeiten versucht die EZB den Leitzins möglichst hoch zu halten, um so das Inflationsrisiko einzudämmen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hält die EZB den Leitzinssatz möglichst niedrig, um so die Vergabe von Krediten zu erleichtern, damit das Wirtschaftsgeschehen leichter angekurbelt werden kann.
Seit der Immobilienkrise des Jahres 2008 hat die EZB in mehreren Schritten kontinuierlich die Leitzinsen gesenkt. Im Oktober 2008 betrug der Leitzinssatz noch 4,25 Prozent, seit Dezember 2008 liegt er bei 2,50 Prozent, bevor die EZB ihn dann in drei weiteren Schritten bis Mai 2009 auf ein historisches Tief von 1,00% absenkte.
Die Höhe des Leitzinses beeinflusst vor allem kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld- und Festgeldkonten. Mit steigenden Leitzinsen fallen in der Regel auch die Konditionen für diese beiden Geldanlagen. Wenn hingegen die Leitzinsen steigen, so steigen auch die Zinssätze bei Tages- und Festgeldkonten. Als Folge der kontinuierlichen Senkung des Leitzinssatzes fielen auch die Konditionen in den vergangenen beiden Jahren deutlich für diese beiden Geldanlageformen, mit der Folge, dass heute mit einem Tagesgeldkonto im Euroraum kaum mehr als 2 Prozent und mit einem Festgeldkonto kaum mehr als 3 Prozent an jährlicher Rendite zu erzielen ist
Da die Leitzinsen in Zukunft angesichts des momentanen Stands sowie angesichts der sich stetig verbessernden wirtschaftlichen Gesamtlage kaum mehr weiter sinken dürften, sollte man vor allem mit Festgeldanlage momentan vorsichtig sein. Schließt man ein solches Angebot jetzt ab, so wird man nicht von einem steigenden Leitzinssatz profitieren können. Tagesgeldkunden hingegen dürften steigenden Leitzinssätzen optimistisch entgegen sehen, da sie von diesen durch nachträgliche Zinsanpassungen profitieren werden.
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