9. Februar 2012

Finanzskandal bei der Hypo Vereinsbank

Der ehemalige Finanz- und Börsenhändler Bernard L. Madoff sorgte in den vergangenen zwei Jahren für einen der größten Finanzskandale der Wall Street. Madoff wurde beschuldigt mit einem Schneeballsystem Überschüsse und Gewinne aus neuen Kundeneinlagen zu bezahlen. Das Schneeballsystem brach nach einer Rückforderung eines Anlegers in Milliardenhöhe zusammen. Madoff wurde festgenommen und ein Gerichtsprozess, der in den Vereinigten Staaten für erhebliches Aufsehen sorgte, folgte. Im Juni 2009 bekannte sich Madoff der Geldwäsche, der Urkundenfälschung und des Diebstahls für schuldig und wurde insgesamt zu 150 Jahren Haft verurteilt. Der Schaden seines Betruges soll sich auf mindestens 65 Milliarden US-Dollar belaufen.

Das Gericht bestellte den Treuhänder Irving Picard, der nun dafür Sorge tragen möchte, den geprellten Investoren zu ihrem Recht zu verhelfen und die Gelder zurück fließen zu lassen. Dabei hat er bereits den engsten Familienkreis und ehemalige Mitarbeiter im Visier, gegen die Picard im Juli Klage vor dem Insolvenzgericht in New York eingereicht hat.

Weltweit sollen ungefähr drei Millionen Anleger von den Betrügereien von Bernard L. Madoff betroffen sein. Treuhänder Irving Picard konnte bis dato ungefähr 1,5 Milliarden US-Dollar zurückholen.

Seit einiger Zeit lenkt sich der Verdacht der Beihilfe zum Betrug auch gegen europäische Bankenhäuser. Allen voran die italienische Bankengruppe Unicredit Group, die ebenfalls in die Betrugsvorfälle verwickelt sein soll. Bereits im Juli reichte ein geschädigter Anleger in Innsbruck gegen die Tochterfirma der Unicredit Group, die Bank Austria, Klage ein. Die Bank Austria hatte ihren Kunden Fonds von der Unicredit-Fondgesellschaft Pioneer verkauft, die unter anderem auch Gelder in die von Madoffs aufgelegten Primeo-Fonds investierte. Der Schaden soll sich insgesamt 800 Millionen Euro belaufen. Die Klage wurde des Anlegers wurde mit der Begründung abgelehnt, dass dem Investor hätte bewusst sein müssen, dass es bei solchen Börsengeschäften zu einem Totalverlust kommen könnte.

Ferner richten sich Sammelklagen aus den Vereinigten Staaten gegen den italienischen Mutterkonzern Unicredit. Mittlerweile beschäftigen sich Finanzbehörden in Deutschland, Österreich und in den Vereinigten Staaten mit dem Fall. Die Unicredit erklärte, nichts von den Machenschaften von Bernard Madoff gewusst zu haben.

Ein erneuter Finanzskandal lässt nun auch deutsche Anleger aufhorchen. Nach Angaben der Financial Times Deutschland bestätigte die Hypo Vereinsbank, ebenfalls eine Tochterfirma der Unicredit, den Eingang einer Schadensersatzklage. Dabei soll es sich um Indexzertifikate auf den Primeo-Fonds im Wert von 27 Millionen Euro handeln, welche die Hypo Vereinsbank ihren Kunden angeboten hatte. Wer die Kläger sind und was die Klageschrift beinhaltete, gab die Hypo Vereinsbank nicht bekannt.

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